Unterrichtsort Kinder am langen Tisch spielende Kinder im Hof Mädchen auf dem Küchentisch spielende Knaben

Sonnenschule Kinderhilfsprojekt in Ecuador

Ausgangssituation

Der Projektstandort ist das Dschungeltal Aguas Frías (Stadt Atacames) in der Provinz Esmeraldas in Ecuador. Unser Standort liegt etwa 18 km von der Hauptstraße im Landesinneren und 23 km von Atacames entfernt. Mittlerweile gibt es eine kleine asphaltierte Straße die das Leben hier stark verbessert hat.. In der Region gibt es ca. 200 Hütten oder kleine Häuser.

Das Klima ist subtropisch und in der Regenzeit sind viele Gebiete überflutet. Es gibt eine Stromleitung, Fernseh- und Handyempfang gibt es nicht. Das Wasser kommt aus dem Bach, der in der Trockenzeit nur ein Rinnsal ist. Da der Bach die Lebensader der ganzen Region ist, leidet die Wasserqualität ganz enorm. Durchfall und Parasitenerkrankungen haben die Menschen oft, weil in dem Bach die Wäsche gewaschen, gebadet, Tiere getränkt werden usw. Wer es sich leisten kann, kauft Trinkwasser in 10 l Flaschen. Unser Bestreben ist, wenigstens den von San Andrés betreuten Personen sauberes Trinkwasser zu ermöglichen.

Die Menschen, die in die Dschungeltäler vordringen, gehören zu den ärmsten im Land. Viele Hütten haben keinen Strom, Geschirr und Matratzen sind nicht genügend für alle da und weil Möbel fehlen, spielt sich das Leben viel auf dem Boden ab. Die hygienischen Verhältnisse sind katastrophal, weil oft mit den Tieren zusammen gelebt wird und der Kot überall ist. Auch ist das Bewusstsein vieler Menschen für Sauberkeit um die Hütten nicht besonders ausgeprägt.

In Ecuador gibt es Schulpflicht, doch wer sich die Schuluniformen und Schulbücher nicht leisten kann, schickt seine Kinder halt nicht zur Schule – oder nur ein Kind. Das sind dann meist die Jungen. Deshalb unterstützen wir auch mehr Mädchen. Die Einstellung, die Kinder zur Schule zu schicken und sich um die Kinder zu kümmern, lässt auch zu wünschen übrig. „Ich kann auch nicht lesen. Warum soll man das teure Geld für Papier und Hefte verschwenden. Die Kinder sollen lieber auf den Feldern helfen“.

Viele Frauen haben 5 oder mehr Kinder, meist von unterschiedlichen Männern, die sich irgendwann aus dem Staub machen und Kinder und Frauen ohne finanzielle Unterstützung zurück lassen. Wir unterstützen nicht mehr wie zwei Kinder pro Mutter, zurzeit 70 Kinder (Stand Februar 2018) in unseren zwei Gruppen. Ihnen kommt unsere Hilfe zu Gute. Nur Kinder können hinterher die eingefahrenen Strukturen ändern. Durch regelmäßige Treffen mit den Müttern versuchen wir ein Umdenken zu schaffen. Außerdem werden sie angehalten uns beim Klassenbau zu helfen, wie Gitter und Tische abschleifen, Gelände säubern, Wasser holen und hinterher die Pflege der Pflanzen. Um für Ruhe zu sorgen, muss immer eine Mutter bei der Nachhilfe und Förderunterricht dabei sein, auch wenn sie nicht schreiben kann. Unser Bestreben ist, den Kindern die in ihrem zu Hause keine Hilfe bekommen, so zu helfen, dass sie die Schule möglichst gut schaffen.

Die Mütter und Kinder, die unsere Hilfe bekommen, werden von einer Kontaktmutter und einem Lehrer der Region vorgeschlagen, die sich auch mit den Wünschen und Problemen der Mütter befassen. Wir überprüfen dann die Richtigkeit der Angaben, schauen uns die Lebensverhältnisse der Kinder an und entscheiden dann.